Vom Koch zum Hoteldirektor

Nichts ist unmöglich, aber der Weg zum Ziel ist steiniger geworden / Breitere und anspruchsvollere Ausbildung wird nötig

VON MICAELA BUCHHOLZ


Am Anfang stand die Kochlehre: Heiner Finkbeiner wäre eigentlich lieber Spitzensportler geworden. Heute ist er mit seiner Frau Renate an der Seite Spitzenhotelier in der Traube Tonbach.

STUTTGART. Tim Mälzer hat Koch gelernt, weil er Hoteldirektor werden wollte. Inzwischen ist er Fernsehkoch, Restaurantchef und Buchautor. Der Hoteldirektor kann ja noch kommen. Abwechslungsreichere Lebensläufe als im Gastgewerbe findet man wahrscheinlich in kaum einer anderen Branche. Wohin die Reise geht, wissen die meisten am Anfang ihres Berufslebens noch nicht, oder sie nehmen eine andere Abzweigung als geplant, siehe Mälzer.

Aufstiegschancen gibt es nach wie vor. Aber die Spitzenjobs werden immer komplexer, die Akademisierung schreitet voran. „Vor 20 bis 30 Jahren ist man als Direktor schneller ans Ruder gekommen. Die Ansprüche sind gestiegen“, sagt Michael Sorgenfrey. Der 39-Jährige ist seit 2005 Direktor des Kempinski Hotel Barbaros Bay Bodrum in der Türkei. Das exklusive Resort hat 147 Zimmer und 26 Suiten.

Auch Sorgenfrey startete mit einer Kochlehre ins Berufsleben. Seine Mutter, Designerin und leidenschaftliche Köchin, begeisterte ihn für das kreative Werkeln am Herd.

Mit ihrem frühen Tod ein paar Jahre später erlosch in ihm das Feuer für den Kochberuf. Er dachte über Alternativen nach. Damals war er 22 Jahre alt. Sein neues Ziel war Hoteldirektor.

Exklusive Etappen

Dann ging es Etappe für Etappe durch exklusive Häuser: vom stellvertretenden Restaurantchef über ein 18-monatiges Management-Trainee-Programm im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten, F&B Controller, danach Director Convention & Sales, avancierte zum F&B Manager Bankett im Hotel Adlon Kempinski Berlin, ging ins „The Oriental“ in Bangkok, kehrte als zweiter Hoteldirektor ins Adlon zurück, um nach einer kurzen Zwischenstation als Chef zweier Kempinski-Hotels in London die Reise nach Bodrum anzutreten.

Am Anfang der Karriere habe er zwischendurch darüber nachgedacht, eine Hotelfachschule zu besuchen. Er konnte sich aber letztlich nicht dazu durchringen und ging lieber für zwei Monate an die Cornell University für Fremdenverkehr und Marketing in der Hotellerie in New York. Sie wird gesponsert von der Walter- und Margarete-Müller-Stiftung. Mit 35 begann er bei Kempinski ein dreijähriges Teilzeit-Studium zum MBA.

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